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Mobilisation und Co. – Teil 1: Nutzen und Hintergrundwissen

Mobilisation und Co. – Teil 1: Nutzen und Hintergrundwissen Posted on 29. Oktober 20171 Comment

Leider wird Mobilisation und Beweglichkeitstraining oft vernachlässigt. So sehe ich nicht selten 10-Jährige die bereits in ihrer Bewegung stark eingeschränkt sind. Neben Schule, Training und anderen Freizeitaktivitäten fehlt meist die Zeit bzw. wird die Zeit für Beweglichkeitstraining, auch im Training, einfach nicht genommen. Anders sieht es da leider auch nicht im Erwachsenenbereich aus.

Auch ist klassisches Dehnen nicht immer lustig. Kinder wollen ja lieber Action, dem Ball nachjagen und Variation aber auch bei Erwachsenen hat Dehnen oder Beweglichkeitstraining ein verstaubtes Bild. Dabei muss es das nicht haben, aber dazu in einem anderen Beitrag. Nur so viel dazu: hier sind Kreativität, Abwechslung und altersangepasste Trainingsübungen gefordert.

Doch was ist Beweglichkeit? Im Großen und Ganzen wird hier der Bewegungsumfang eines oder mehrere Gelenke gemeint.

Mobilisationstraining engl. Mobility Training wird oft als Überbegriff für alle Formen der Beweglichkeitsmachung verwendet. Dabei ist Mobilisation der Oberbegriff für jede Form der Verbesserung der Beweglichkeit. Stretching meint die Erhöhung der Flexibilität im myofaszialen Gewebe und Mobility die Erhöhung der aktiven Beweglichkeit, welche einen großen Alltagsnutzen hat.

Seit Jahren herrscht ein Kommen und Gehen von neuen und sehr divergierenden Ansichten und Studien rund um das Thema Beweglichkeit. Oft wurden Ergebnisse aus Studien, etwa negative Auswirkungen des Dehnens auf Kraft und Schnelligkeit, zu schnell und unreflektiert in die Praxis übernommen. Da ist es auch für Trainerinnen und Trainer schwer den „richtigen Weg“ zu finden. Dabei ist es als Trainerin und Trainer gar nicht nötig alle Muskeln beim Namen nennen zu können, wir haben ja etwa 640 Skelettmuskeln, sondern man muss sich über den Nutzen und die Wirkung im Klaren sein. Verkürzte Muskeln gibt es ja eigentlich gar nicht. Muskeln haben einen Ansatz und Ursprung welche vom Skelett vorgegeben sind. Das Bindegewebe, die Faszien, die unsere Muskeln umgeben und ziehen durch unseren ganzen Körper. Diese benötigen regelmäßige Stimulation, bleibt diese jedoch aus wird das Bindegewebe steifer und die Elastizität verringert sich – was umgangssprachlich unter „verkürzter Muskulatur“ verstanden wird. Auch Dysbalancen und Fehlhaltungen können sich auf die Beweglichkeit auswirken, dadurch wird der Muskeltonus erhöht, was sich negativ auf die Beweglichkeit auswirkt.

Eingeschränkter Bewegungsspielraum, steife, verspannte Muskulatur, verklebte Faszien all das kann zu Schmerzen und Dysbalancen führen. Muskeln können somit nicht optimal „arbeiten“, sie verbrauchen mehr Kraft und Energie was alles zu einer zu einer Leistungsminderung beiträgt. Eine schlechtere Durchblutung lässt Muskeln schneller ermüden und vermindert die Regeneration. Auch das Verletzungsrisiko steigt.

Beweglichkeit umfasst nicht nur die Dehnfähigkeit der Muskulatur sondern eben vieles mehr. Etwa Knochen, Bändern, Muskelmasse, Sehnen, aber auch Alter, Geschlecht oder ältere Verletzungen etc. Daher ist ein komplexes Training auch dem Training eines einzelnen Muskels vorzuziehen. Heißt, man muss herausfinden wo man selbst oder der Sportler Bewegungseinschränkungen hat und Übungen finden die dem entgegen wirken.

Nutzen von Beweglichkeit:

  • Muskeln arbeiten effizienter und ökonomischer
  • Regenerationszeit verkürzt sich
  • Bewegungsabläufe und Koordination verbessern sich
  • Körperhaltung wird straffer
  • Schutz vor Verletzungen
  • Nebenbei Spaß und Abwechslung im Training

 

Ideal ist ein Mix aus Dehnen (Stretching), Faszien Training, aktiven und Dynamischen Beweglichkeitsübungen und Training des gesamten Bewegungsradius ganz nach dem Motto „Use it or loose it.

Mehr zum Beweglichkeitstraining im nächsten Teil.

Stay aktiv
Eure Daniela

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