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Mein erster Trail – Ultraks Bad Gastein

Mein erster Trail – Ultraks Bad Gastein Posted on 28. September 20171 Comment

Am Samstag den 23. September war es so weit, ich habe tatsächlich meinen ersten Trail absolviert. Schon seit einiger Zeit hatte ich mit dem Gedanken gespielt, einen solchen zu absolvieren, also nicht nur bergauf sondern querfeldein, bergab und einfach auf Strecken auf diesen man sonst nicht läuft. Doch haben mich bis jetzt, die langen Distanzen dieser Läufe davon abgehalten. Irgendwie sah ich mich nie länger als einen Halbmarathon laufen, obwohl die Strecken die es da so im Angebot gibt sehr verlockend sind.

Aber ja, man muss auch mal über den eigenen Schatten springen, sonst kommt man nie dazu seine Träume zu verwirklichen. Ausschlaggebend dafür war sicher auch das Asics Trainingscamp in Zypern, bei dem ich das erste Mal einen 25er Trail gelaufen bin. Dort kam ich so richtig auf den Geschmack, nur leider waren die meisten Trails doch weiter entfernt, was sich mit Kleinkind/Baby ja um einiges komplizierter darstellt. Beim Schmökern im Internet viel mir dann der Ultraks in Bad Gastein ins Auge. Die Strecke klang vielversprechend, auch konnte ich Heimaturlaub und Wettkampf verbinden. Nach einigem Hin und Her hab ich mich dann kurzer Hand für die Mitteldistanz, ca. 32km mit knapp 2.000 Höhenmeter, angemeldet. Eine neue Herausforderung, aber machbar.

Niemand weiß wo seine Grenzen liegen, solange er es nicht versucht.

Natürlich hatte ich im Hinterkopf, schön fleißig lange Strecken zu trainieren sowie mich viel im Gelände und in den Bergen zu bewegen. Tja, leichter gesagt als getan, vor allem mit Kleinkind. Schlussendlich ist daraus nicht wirklich viel geworden. Nicht, dass ich nicht fleißig laufen war, aber länger als 15 km ist es dann nie geworden. Und mein „Bergtraining“ absolvierte ich mit Kraxe am Rücken bei 3 Bergtouren in Österreich und 3 in unserem Südtirol Urlaub.

Dann kam er, der Tag X. Ich freute mich darauf, war gespannt und doch fühlte ich mich irgendwie unvorbereitet. Noch dazu musste, dank Schneefall, die Strecke kurzfristig geändert bzw. werden. Zusätzlich hieß es das erste Mal mit Stöcken zu laufen. Mit meinen Männern als Unterstützung ging es früh morgens ab nach Bad Gastein. Ganz einfach bin ich ja nie vor dem Start, auch wenn’s um Nix geht bin ich immer schön nervös. Da hilft meist nur der erlösende Startschuss. So war es dann auch.

Kurz nach dem Start ging es dann schon steil bergan. Damit habe ich nicht ganz gerechnet. Mir ging im Kopf herum, ob ich nicht doch zu schnell gestartet bin? Wollte ich doch mal moderat starten und mit meinen Kräften haushalten. Und Buh war ich froh, als ich die ersten 4 km mit knapp 800 Höhenmetern geschafft waren. Schlimmer kann’s ja nicht werden – Denkste (Aber dazu später)! Nachdem das Wetter in den letzten Tagen eher mit Regen geprahlt hatte, erwartete uns jetzt strahlender Sonnenschein und ich war froh die kurze Hose gewählt zu haben.

Weiter ging’s nun über Forststraßen und Wiesen, mit atemberaubendem Ausblick auf die schneebedeckten Berge und eher rasantem Tempo, runter ins Tal zur ersten Labe. Hier war für mich wirklich genießen angesagt, die Beine wurden wieder lockerer und ich wollte sie einfach „laufen lassen“. Natürlich musste ich zuerst ein wenig ausprobieren wie ich das nun am besten mit den Stöcken löse. Jeweils einen in jeder Hand, immer im Wechsel rechts und links? Aber da ich ja sonst mit Kinderwagen laufe, störten es mich dann doch nicht übermäßig etwas in der Hand zu halten.

Nach der ersten Labe, übrigens super organisiert, ging’s dann über einen Trail wieder schön bergauf. Tja, plötzlich waren die Beine wieder zu spüren, der erste Anstieg zeigte nun doch seine Nachwirkungen. Also hieß es schön mit Armen und Stöcken mitarbeiten! Ich war jedes Mal froh wenn sich Bergauf- und Bergabpassagen abwechselnden damit andere Muskelgruppen beansprucht wurden. Bis Kilometer 17, hier gab’s ein kurze „Fotoshooting“ bei herrlichem Ausblick – „schau mal entspannt“ lässt sich da ja auch leicht umsetzen, war es für Kopf und Beine eigentlich noch nicht so eine wilde Sache. Doch dann machte sich auf der Strecke der Schneefall der letzten Tage bemerkbar. Es wurde matschiger. Teilweise zu einer richtigen Schlammschlacht. Hier war nun höchste Konzentration und Trittsicherheit gefragt, wodurch ich plötzlich Seitenstechen bekam. Komisch, das passiert mir sonst nie.

Bei der nächsten Labe hatte es sich jedoch wieder gelegt und die Anfeuerungsrufe beim Passieren der Mittelstation des Stubnerkogels motivierten dann doch wieder ein wenig Tempo aufzunehmen (oder überhaupt in den Laufschritt zu wechseln). Jetzt musste es doch irgendwann wieder bergabgehen?! Und ja endlich war es soweit. Aber zu früh gefreut, diesmal lud der Downhill nicht zum einfachen „Laufen lassen“ ein. Nein, es erwartete uns knietiefer Schlamm, rutschige Felsen und das alles auf steilem Gelände. So benötigte ich teilweise länger für den Kilometer bergab als bergauf. Tja, auch ein kleiner Sturz wurde eingebaut, aber alles halb so wild. Jetzt machte sich auch die Technik und Erfahrung einiger Teilnehmer bezahlt. Für mich hieß es hier heil ins Tal zu kommen und auch das Seitenstechen gab sich wieder ein Stelldichein. Obwohl dieser Downhill eine Challenge war, machte es durchaus Spaß den richtigen Weg zu finden.

Eigentlich hätte ich gedacht froh zu sein im Tal anzukommen, doch plötzlich machten auf der Ebene die Beine dicht. Damit hatte ich nicht gerechnet, aber nach knapp 26 Kilometer ja nicht unüblich. Aber nix da, weiter ging’s und zwar wieder bergauf, doch mit Laufen war jetzt nicht mehr so viel. Also schön fleißig die Stöcke einsetzen, Rhythmus finden und ab geht‘s. Noch 4 Kilometer, na bitte das sind ja nur mehr Peanuts!! Jetzt führt die Strecke wieder talwärts, stracks nach Bad Gastein. Es heißt durchatmen, Kopf ausschalten, laufen lassen und ja es lief. Die letzten 2 Kilometer wurden sogar unter 5 Minuten pro Kilometer absolviert. Im Ort erwarteten mich dann mit großem Applaus meine Männer, sogar mein Vater war extra angereist.

Erleichtert, froh, glücklich und voller Endorphine erreichte ich das Ziel in 4 Stunden und 35 Minuten! Schlussendlich wurde ich sechste Dame und Zweite in meiner Altersklasse. Aber darauf kam es nicht an, mein Ziel war durchkommen und das hatte ich bei weitem übertroffen. Ich hatte mich endlich getraut, die Herausforderung bewältigt, neue Erfahrungen gesammelt und nun eindeutig Lust auf mehr!

Meine Conclusio:

Spring über deinen Schatten, trau dir mehr zu und du wirst mit tollen Erfahrungen und Erlebnissen belohnt. Zusätzlich gibt’s eine große Portion für das Selbstvertrauen und ein wenig stolz darf man auf sich ja auch sein.

Ein wenig mehr Bergtraining würde sich definitiv bezahlt machen, obwohl das Berggehen mit dem Kleinen in der Kraxe sicher nicht zu unterschätzen ist. Doch vor allem bei den Bergab Passagen machte sich die fehlende Routine bemerkbar. Hier kann man durch das richtige Einsetzen der Stöcke sicher einiges Wettmachen.

Durch den Schneeeinbruch wurde die Strecke leider abgeändert und es wurde viel auf Forststraßen gelaufen. Wir wurden jedoch mit tollem Bergpanorama entschädigt und Sicherheit geht immer vor! Die Organisation war top, die Strecke trotz der Änderung wirklich sehr gut markiert, ein Verlaufen unmöglich. Das Miteinander der Läufer, ganz anders als bei Straßenläufen, viel familiärer.

Also der nächste Trail kann kommen!!

Stay aktiv
Eure Daniela

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