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Einfach mal Danke an meinen Körper – #notwithoutmybody

Einfach mal Danke an meinen Körper – #notwithoutmybody Posted on 5. Dezember 20171 Comment

Heute möchte ich Danke sagen! Bereits früh hast du mich auf Berge getragen oder bei allerlei Unfug unterstützt. Wir hatten unseren Spaß und probierten unsere Grenzen aus. Wir waren Eins!

Dann kamen die Jahre des Leistungssports, du wurdest auf Hochleistung getrimmt. Du solltest höher springen, schneller laufen, rascher regenerieren. Ganz nebenbei noch ein paar Kilo abnehmen, denn der Trainer war der Meinung das jedes Kilo zu viel uns langsamer macht. Wie habe ich mich geärgert, wenn du nicht das gemacht hast was ich wollte, obwohl wir so hart an unseren Zielen gearbeitet haben. Viel Zeit, Schweiß, Schmerz aber auch Freude und Spaß investierten wir in den Traum eines Tages Bestzeiten zu laufen. Doch es kam anders. Du konntest nicht mehr, ich hatte dich an deine Grenzen gebracht. Mittelfußknochenbruch, Übertraining, Blutwerte die verrücktspielen. Auch nach unzähligen Tests konnten sich Ärzte und Co. keinen Reim darauf machen wo das „Problem“ lag. Schweren Herzens faste ich die den Entschluss dem Leistungssport den Rücken zu kehren. Lange Zeit konnte ich keine Laufbahn betreten oder meinen Freunden bei Wettkämpfen anfeuern. Mir kamen die Tränen, bei dem Gedanken an meinen geplatzten Traum.

Auch danach war unser Verhältnis nicht gerade einfach, ich sah dich als „Gebrauchsgegenstand“, der den Dienst verweigert hatte. Als „Mittel“ um meine Wünsche und Ziele zu erreichen. Ich ließ dir keine Zeit zum Regenerieren. Immer solltest du in Topform sein. Schon während des Studiums machte ich mein Hobby, den Sport zum Beruf. Auch hier galt es als Personal Trainerin einen präsentablen, perfekten Body zu haben und ein Vorbild zu sein. Noch jetzt höre ich die Worte meines ehemaligen Trainers im Kopf: „Auf das Essen wird heute Abend verzichtet!“, „mit dem Gewicht wird das nie etwas!“

Langsam hörte ich eine innere Stimme: „Ich kann nicht mehr, ich bin so müde, ich brauche eine Pause!“. Gehört habe ich darauf erst als es zu spät war. Ich wortwörtlich am Boden der Tatsachen angekommen war. Ich hatte meine Schulterschmerzen lange Zeit ignoriert, war ohnmächtig geworden. Eine Operation und 3 Monate Krankenstand waren die Folge. Langsam wurde mir klar ich muss etwas ändern. Tief in mir drin gibt es da diese Stimme, deine Stimme, die Stimme meines Körpers, die ich nicht überhören durfte! Doch es sollte noch ein langer Weg werden, endlich eins mit dir, meinen Körper zu werden. Die ständige Präsenz, auf Plakaten, Fernsehen, Social Media und Co., von perfekten und leistungsfähigen Körpern, die keine Schwächen aufzeigen, war dem nicht gerade förderlich.

Doch dann vollbrachtes du ein Wunder! Du sorgtest gut für mich und dieses Wunder, quältest mich nicht mit Morgenübelkeit, Schwindel, Sodbrennen oder Wassereinlagerungen. Ich konnte die besonderen Monate der Schwangerschaft unheimlich genießen. Ich lernte auf dich, meinen Körper zu hören und in mich hineinzuspüren. Jeder Tag begann mit, was tut mir heute gut, was soll ich heute lieber sein lassen. Bis zur 33. Schwangerschaftswoche gingen wir auf unsere Laufrunde, die dann von langen Nordic Walking Touren oder Schwimmen abgelöst wurde. Zwar hörte ich Stimmen wie, auch wenn gut gemeint, „die Erschütterung beim Laufen ist gefährlich“, über „werdende Mütter sollten sich besser um ihr Baby kümmern,  als um ihren Körper“ oder einfach nur„ musst du jetzt wirklich noch Krafttraining, Yoga, etc. machen?!“ Natürlich entstehen dann Gedanken und Zweifel: „Schade ich damit meinem Baby? Kann es zu Komplikationen führen?“ Aber ich wusste ich konnte dir, meinem Körper, vertrauen, du wusstest genau was mir und dem Baby gut tut. Wir wurden ein eingespieltes Team! Auch die Geburt meisterten wir ohne Komplikationen gemeinsam, auch wenn es uns an unsere Grenzen brachte! Ich ließ dich, meinen Körper, das erste Mal richtig erholen, sorge mit wichtigen Nährstoffen für dich, bin um vieles nachsichtiger mit dir als Haarausfall und diverse Problemchen auftraten. Das Beeindruckteste, du konntest und kannst noch immer (17 Monate) mein Baby ernähren und mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen. Du bist Nahrung, Schmerz- und Beruhigungsmittel zugleich!

Seit ich auf dich höre, hast du hast mich viele meiner Ziele verwirklichen lassen. Genau ein Jahr nach der Geburt bestritten wir den Großglockner Berglauf 15 Minuten schneller als je zuvor auch ein Halbmarathon wurde in Bestzeit absolviert. Wir eroberten die Dolomiten und wagten uns, mit überraschend guter Zeit, auf einen 32 Kilometer langen Trailrun. Du hast mich und meinen Kleinen auf diverse Gipfel getragen. Dies alles ergab sich nur aus der Freude und Spaß an der Bewegung, am Tun und ohne Leistungsdruck. Wenn du Erholung brauchst gebe ich dir diese, wenn du Lust auf ein wenig Abenteuer hast ebenfalls.

Ich hätte schon früher in mich hinein und auf dich hören sollen. Diese innere Stimme, die einem sagt was gut tut, was richtig ist, die besitzt jeder! Nur leider wird sie zu häufig vom Alltags Getöse übertönt, nicht wahrgenommen oder überhört weil das Wort anderer wichtiger wiegt! Hör auf dich, hör auf deinen Körper, hör auf deine innere Stimme! #notwithoutmybody – Danke, dass du so gut für mich sorgst!

Vielleicht hast auch du eine einzigartige Erfahrung mit deinem Körper gemacht oder möchstest einfach nur Danke sagen? Mehr tolle Geschichten zu #notwithoutmybody findest du hier.

Für alle denen gefällt was ich mache und wie ich denke und mich noch ein wenig unterstützen wollen hier könnt ihr für mich als Women’s Health Training Start voten! Ich würde mich freuen!

Stay aktiv!
Eure Daniela

1 thought on “Einfach mal Danke an meinen Körper – #notwithoutmybody

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